TAG DES EISENMANGELS 2019: Augenmerk auf Eisenmangel

Am 26. November ist Tag des Eisenmangels. Jedes Jahr widmen wir diesen Tag der Mangelerkrankung Eisenmangel. Eisenmangel wird häufig übersehen1, obwohl ein Mangel an Eisen die Funktion jedes Organs unseres Körpers beinträchtigen kann.2 Der Tag des Eisenmangels will Betroffene bei der Erkennung der Symptome unterstützen und das Bewusstsein dafür schärfen, dass ein unbehandelter Eisenmangel Folgen für die Gesundheit haben kann und behandelt werden sollte.

Kein Problem Einzelner: Eisenmangel betrifft viele weltweit

Eisenmangel ist weltweit die häufigste Mangelerkrankung des Menschen.1 Besonders oft leiden Frauen vor der Menopause, Schwangere und Kleinkinder an Eisenmangel. In Europa weisen bis zu 33 % der prämenopausalen Frauen, bis zu 77 % der schwangeren Frauen und 2 ‒ 48 % der Kinder zwischen 9 Monaten und 6 Jahren einen Eisenmangel auf.3 Auch Menschen mit chronischen entzündlichen Erkrankungen wie beispielsweise Herz- oder Niereninsuffizienz und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind häufig betroffen.2

Welche Auswirkungen können Eisenmangel-/Anämie haben?

Eisen hat viele Funktionen im menschlichen Körper und wird beispielsweise für die Blutbildung und die Bereitstellung von Sauerstoff und Energie für die Skelett- und Herzmuskeln benötigt. Auch die normale Funktion von Gehirn und Immunsystem ist eisenabhängig.4 Ein Mangel an Eisen beeinträchtigt diese Funktionen. Ist er besonders ausgeprägt, kommt es zu einer Eisenmangelanämie. Bei einer Eisenmangelanämie wird nicht mehr ausreichend Hämoglobin für die Bildung roter Blutkörperchen bereitgestellt, welche für die Sauerstoffversorgung benötigt werden.5
Eisenmangel mit und ohne Anämie kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken6, chronische Erkrankungen verschlimmern2 und bei Kindern die geistige und körperliche Entwicklung beeinträchtigen7.

Eisenmangel-/Anämie auf der Spur

Eine mangelnde Eisenversorgung ist in der Regel gut behandelbar.1 Einen Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie zu erkennen kann jedoch schwierig sein, da die Symptome vielfältig sind und auch bei verschiedenen anderen Erkrankungen auftreten können.8
Mehr zum Thema Erkennen von Eisenmangel/-Anämie erfahren Sie mit unserem (englischsprachigen) Symptom-Checker, in dem kleine Animationen Ihnen wichtige Symptome von Eisenmangel/-Anämie erklären!

Mit dem Tag des Eisenmangels möchten wir Sie ermuntern, sich an Ihren Arzt zu wenden, falls Sie mögliche Symptome von Eisenmangel bei sich bemerken.
Ob bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegen könnte, können Sie auch mit den 13 kurzen Fragen unseres Schnelltests ermitteln. Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie einen Verdacht auf Eisenmangel haben! Zur Überprüfung des Eisenstatus reicht bereits ein Bluttest.
 

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    Hyperkaliämien entstehen bei niereninsuffizienten Patienten zum Teil als Auswirkungen der beeinträchtigten Nierenfunktion auf die Kalium-Homöostase und zum Teil aufgrund von Komorbiditäten wie Diabetes mellitus und / oder Herzinsuffizienz und den damit assoziierten Medikationen.1

     

    Kalium-Homöostase bei fortschreitend eingeschränkter Nierenfunktion

    Sinkt die renale Kalium-Ausscheidung aufgrund einer reduzierten glomerulären Filtrationsrate (GFR), so wird dies zunächst durch zwei Mechanismen kompensiert:1

    • Die zahlenmäßige Abnahme an Nephronen scheint durch eine Steigerung der Sekretion von Kalium durch die verbleibenden Nephrone ausgeglichen zu werden.1
    • Die intestinale Kalium-Ausscheidung steigt aufgrund einer höheren Permeabilität der Apikalmembranen des Kolon-Epithels für Kalium (höchstwahrscheinlich durch Steigerung der Expression der Ca2+-aktivierenden Kaliumkanäle mit hoher Leitfähigkeit (BK-Kanäle)).2

    Diese Mechanismen reichen weder langfristig noch bei aktuter Erhöhung der Kaliumspiegel aus um eine Normolaliämie zu erhalten1,3: Erhöht sich plötzlich die Kaliumzufuhr, kann es zu hyperkaliämischen Ereignissen kommen.1 Studien belegen für hyperkaliämische Ereignisse Inzidenzen von bis zu 26 % (bei Patienten mit Niereninsuffizienz Stadium 3−5) sowie für chronische Hyperkaliämie eine Häufigkeit von 4 % bzw. 13 % (Stadium 3 bzw. 4).3

     

    Hyperkaliämie-auslösende Faktoren bei niereninsuffizienten Patienten

    Bei niereninsuffizienten Patienten liegen zusätzlich zu der verminderten GFR und den tubulointerstitiellen Schäden häufig noch weitere Umstände vor, die die Entstehung von Hyperkaliämien begünstigen können.1

    Insbesondere unter einer renoprotektiven Therapie mit RAAS-Inhibitoren, wie z. B. ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern, treten hyperkaliämische Ereignisse vermehrt auf.1 Das Hyperkaliämie-Risiko steigt zusätzlich bei Vorliegen:4

    • einer Nierenarterienstenose,
    • eines reduzierten intravaskulären Volumens,
    • einer Komedikation mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2-Inhibitoren oder kaliumsparenden Diuretika.

    Eine retrospektive Studie mit mehr als 66.000 Patienten mit Niereninsuffizienz (Stadium 3−4) und/oder Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus (Typ 1 und 2) unter RAAS-Inhibitor-Therapie bezifferte die Häufigkeit von Serumkaliumwerten über 5 mmol/l wie folgt:5

    • 24,9 % bei Patienten ohne Komorbiditäten, wie Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus
    • 10 % bei Patienten mit gleichzeitiger Herzinsuffizienz
    • 19,5% bei Patienten mit gleichzeitigem Diabetes mellitus
    • 5,8 % bei Patienten mit Diabetes mellitus, Herz- und Niereninsuffizienz.

     

    Mechanismen der Hyperkaliämie bei Niereninsuffizienz. Modifiziert nach 1 und 6.
    Mögliche Ursachen einer Hyperkaliämie bei niereninsuffizienten Patienten* Mechanismus der K+-Erhöhung
    Erniedrigte GFR1 Reduzierte Fähigkeit zur K+-Sekretion1
    Tubulointerstitielle Schäden1 Reduzierte Fähigkeit zur K+-Sekretion1
    Blut-Transfusionen aufgrund von Anämie1 Akut hohe K+-Zufuhr1
    Metabolische Azidose1 K+-Verschiebung in den extrazellulären Raum1
    Nierentransplantation1 Renal-tubuläre Azidose1
    Effekte von Calcineurin-Inhibitoren1
    Veränderte Ernährung Gesteigerte K+-Aufnahme1
    Kongestive Herzinsuffizienz6 Renale Hypoperfusion6
    RAAS-Inhibitoren1 Reduzierte K+-Sekretion durch Abnahme der Aldosteronsynthese1

    GFR = Glomeruläre Filtrationsrate; RAAS = Renin-Angiotensin-Aldosterin-System * Auflistung ist nicht abschließend.

     

    Hyperkaliämie als Limitation der RAAS-Inhibitor-Therapie

    Das mit RAAS-Inhibitoren assoziierte Risiko für Hyperkaliämie verhindert häufig eine optimal eingestellte RAAS-Inhibitor-Therapie: Das Langzeit-Management erhöhter Kaliumwerte beinhaltet häufig eine Dosisreduktion oder das Absetzen der RAAS-Inhibitor-Therapie.7 Betroffene Patienten können somit nicht von den Vorteilen eines unter RAAS-Inhibitoren reduzierten Mortalitätsrisikos4 und renoprotektiven Wirkungen der RAAS-Inhibitor-Therapie profitieren.1

     

    Hyperkaliämie-Management mit Patiromer (Veltassa®)

    Veltassa® ist für die Behandlung einer Hyperkaliämie bei Erwachsenen indiziert8 und ermöglicht durch langfristige K+-Kontrolle eine adäquate RAAS-Inhibitor-Behandlung.9,10,11

    Weiterführende Informationen über Patiromer (Veltassa®) finden Sie hier.

Quellen
  1. Thachil J. Iron deficiency: still under-diagnosed? Br J Hosp Med (Lond). 2015;76(9):528-32.
  2. Cappellini MD, et al. Iron deficiency across chronic inflammatory conditions: International expert opinion on definition, diagnosis, and management. Am J Hematol. 2017;92(10):1068-78.
  3. Hercberg S, et al. Iron deficiency in Europe. Public Health Nutr. 2001;4(2B):537-45.
  4. Huch R, Schaefer R. Iron Deficiency and Iron Deficiency Anaemia. New York Thieme Medical Publishers 2006.
  5. DGHO. Onkopedia Leitlinien Eisenmangel und Eisenmangelanämie. Onkopedia 2018; 1-32.
  6. Niepel D, et al. Practical guidance for the management of iron deficiency in patients with inflammatory bowel disease. Ther Adv Gastroenterol. 2018; 11:1756284818769074.
  7. World Health Organisation. Nutritional anaemias: tools for effective prevention and control. 2017. Available at URL: http://www.who.int/nutrition/publications/micronutrients/anaemias-tools-prevention-control/en (zuletzt abgerufen 05.11.2019).
  8. Auerbach M, et al. How we diagnose and treat iron deficiency anemia. Am J Hematol. 2016;91(1):31-38.
  9. Schieffer KM, et al. Association of Iron Deficiency Anemia With Hearing Loss in US Adults. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2017;143(4):350-354.
  10. Barton JC, et al. Pica associated with iron deficiency or depletion: clinical and laboratory correlates in 262 non-pregnant adult outpatients. BMC Blood Disord. 2010;10:9.